
Als erste Kreativmethode möchte ich einen nicht allzu bekannten Bewusstseinszustand vorstellen: Die Hypnagogie.
Als Hypnagogie bezeichnet man einen Bewusstseinszustand der während bzw. vor dem Einschlafen auftreten kann und welcher geprägt ist von äusserst kreativen, visuellen Gedankengängen oder auch Pseudohalluzinationen. Das hört sich zuerst einmal nach Drogen oder Psychologischem Unsinn an, aber ich habe die Erfahrung machen können, dass dieser Zustand bei mir regelmässig, äusserst kreative Ideen hevorruft, selbst ohne ihn bewusst anzuwenden.
Viele Kreative haben ja einen Notizblock, Skizzenblock oder Ähnliches auf ihrem Nachttisch liegen, zu recht. Aber den hypnagogischen Zustand bewusst als Mittel zur Ideenfindung einzusetzen, ist da schon weniger verbreitet, glaube ich. Aber schon Niels Bohr nutzte die Hypnagogie bewusst um an Problemen seiner Erfindungen zu arbeiten und auf neue Ideen zu kommen*.
Hypnagogie ist ein “Stream of Subconscious”
Man ist in einem Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, man fühlt sich körperlich wohl, die Glieder sind schwer, unter Umständen geradezu paralysiert, und vor dem inneren Auge läuft ein Film. Die folgenden Beschreibungen sind natürlich hochgradig subjektiv.
Ich liege im Bett, mache es mir bequem, am besten ohne keine Eile einzuschlafen. Ich lasse meine Gedanken lose schleifen, zu dem Thema, das mich gerade beschäftigt, komme ich meisten automatisch. Dann solangsam beginnen die Gedanken immer weniger gesteuert zu werden und man wird immer entspannter, das Gehirn dämmert schon etwas weg und der Körper ist schwer und unbeweglich.
Ich schaue dann quasi einen Film, mit halb abstrakten, halb zusammenhängenden Inhalten, meist visueller Natur, dich ich völlig bewusst aufnehmen kann. Erstaunliche Dinge kommen dabei raus und es macht Spaß, man fühlt ich wohl, so wohl, dass es recht schwierig werden kann sich aufzuraffen und gute Ideen aufzuschreiben.
Ich werde diese Technik in nächster Zeit häufiger und bewusster anwenden, damit ich hier eventuell noch einmal ins Detail gehen und einige Tips für die Anwendung geben kann.
*William Buhlman in “Out of Body”, 2001 Ullstein Taschenbuchverlag.